Der Geist der Erde

Der Geist der Erde

Der Geist der Erde

2010 „Gute Erdgeister“

 

Der Geist der Erde.

Höre im Winde, im Wasser und im Feuer

deine Ahnen sprechen.

Und mit deren wohlwollenden Geiste

erlebe eine ruhige Zeit auf Erden.

(Gedicht von F. Lacare)

 

 

Schneelandschaft in Oberduernten

Bilder sind die Fetische der Angst vor dem Leben

Mit diesem Text beziehe ich mich auf die Kurzgeschichte „Verrat“ von Josephine Sonnenschein. Einer Liebesgeschichte – Sehr schön geschrieben.

Wie in dieser Geschichte erzählt, macht jeder Mensch in seinem Leben diese Erfahrung. Wie Josephine das grosse Gefühl der ersten Liebe beschreibt, geschieht es bei vielen Erlebnissen immer wieder. Wir hören, wir sehen etwas Schönes, wir erleben einen Augenblick der wahrhaftigen Liebe. Es ist einer der wenigen aufblitzenden Momente von der Schönheit der Liebe im sonst so traurigen Desaster des Lebens voller Depressionen, Einsamkeit, Elend und Gewalt.

Waldlichtung am Morgen

2003, Blaue Stunde

 

Zum Beispiel: Ein wunderschöner Sonnenaufgang im Mai über einer Berglandschaft, der wolkenlose blauviolette Nachthimmel wird langsam durch ein helles gelbliches Licht ersetzt, die ersten aufblitzenden Sonnenstrahlen, die Sonne geht auf, ein wunderbares Gefühl, ein berührender Moment der alles andere klein und bedeutungslos macht.

Bis jetzt ist alles noch gut. Das Sehen hat noch kein Motiv.

Aber jetzt beginnt das Gehirn zu denken. Dabei entsteht das Bild im Kopf, das Denken macht schnell ein Erinnerungsfoto und mit dem Handy ist die Sache sofort in der Realität umgesetzt. Denn ein Bild soll mir diesen glücklichen erhabenen Moment im Leben festhalten.

Doch dann die Erinnerung, sie ist keine Schönheit mehr, nichts Lebendiges. Man betrügt sich selbst. Die Erinnerung wird zum Fetisch, einem Ersatzvergnügen. Und dann kommt das Verlangen und dieses will nun erfüllt sein.

Man will mehr, man will es wieder und wieder haben. Die Erinnerung, der Wunsch, die Fiktion, die Aggression und die Eifersucht entsteht.

Mann in Schneelandschaft

2016, Einsamkeit

 

Die Angst diesen schönen Moment zu verlieren, macht das Denken. Das Denken will den Augenblick im Leben für immer festhalten um das Bild vom vergangenen Glück jederzeit wieder geniessen zu können. Denken ist Angst oder die Angst ist das Denken. Das Gefühl beim Betrachten des Bildes, das Vergnügen, die Berührung, die Liebe ist nicht mehr echt, sondern zum angst machenden Ersatz geworden. In das Bild einer vergangenen Zeit projiziert man immer mehr Sinn hinein. Man entwickelt daraus ein gefühlloses, gottlose Bild. Das Bild wird zur Fälschung. Darum sind Bilder eine Sünde.

Aber warum machen die Menschen immer wieder diese unbefriedigenden Bilder, Bilder von sich, von den Freunden, von den Lieben, beim Ausflug und in den Ferien? Immerzu geht der Mensch in die Falle und schafft sich seine Beweise des Lebens in der Form von Abbildern. Mit diesen Wunschbildern, Symbolen, Ideen und Konzepten glaubt man sich zweifelsfrei sicher.

Statt zu leben, macht der Mensch die Bilder und Symbole und bleibt so in seiner emotionalen Angst süchtig und passiv gefangen, träge und leblos. Die vielen, vielen Bilder und selbstsüchtigen Wünsche sind nur traurige Banalitäten, gottlose Fetische der eigenen Psyche.

Allzu oft ist der Mensch festgezurrt an den Weltbildern und unfähig ohne ein Motiv zu leben und somit ist er im Leben schon tot. Vom Erblühen der heiligen Liebe, dem freien und wahren Leben ist dieser ausgeschlossen, denn das wirkliche Leben ist ausserhalb von Bildern.

Das Leben ist, was uns im Jetzt zustösst. Denn sein Leben zu leben, ohne dabei ein Motiv zu haben, ist etwas ganz anderes. – Verstehst Du?

Der Weg (ist das Ziel)!

Der intuitive Schaffensprozess ausserhalb der Zeit

Die folgenden Grundhaltung ist bei intuitivem und kreativen Schaffensprozessen erforderlich.

Erste Bildbearbetung

Anfang des intuitiven Bildprozess auf Gipsgrundierung

Die kreative Intuition ist eng verbunden mit der Seele und dem Geist und nicht mit dem Denken. Das bedeutet, dass da niemand ist, der etwas erreichen oder jemand sein will. Dieser Geist lässt der Künstler zum Prozess des Schaffens werden. Er malt – jeder Pinselstrich ist ein Treffer, jede Einsicht ein Anstoss, mutig und selbstbewusst weiter zu machen. Im „Jetzt“ frei zu sein. Alle Hindernisse und Blockaden werden mit dem intuitiven Geist beseitigt. Diese Grundhaltung ist die generelle Voraussetzung für alle intuitiven Prozesse.

Weiterbearbeitung beim intuitiven Malen

Intuitive Weiterbearbeitung

Intuitives Schaffen öffnet den Weg zu unserem inneren Bewusstsein. Die Intuition ist das Mittel, ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen zu finden. Intuition ist die kreative Entwicklung beim Schaffensprozess ohne bewusste Schlussfolgerungen des Verstandes. Der Intellekt führt nur noch aus oder prüft bewusst die so gewonnenen Ergebnisse, die aus dem Unbewussten kommen. Dazu gibt es keinen Prüf-Mechanismus welcher diesen mentalen Vorgang zur jeweiligen Entscheidung führt. Das Ergebnis muss niemandem gefallen. Beim intuitiven Handeln gibt es kein Richtig oder Falsch.

Weiter fortschreiten beim Malen

… und weiter malen

Die Intuition (lat. intuitio, unmittelbare Anschauung) ist die schnellste und umfassendste Form des Erkennens. Sie ist ein allumfassendes ganzheitliches Bewusstsein, durch das in letzter Konsequenz die geistigen Geschehnisse im ganzen Kosmos miterlebt werden. Es ist das umgewandelte und mit dem klaren Sein verbundene Bewusstsein, das der Mensch auch in Trancezuständen hat.

Fertiges Oelbild auf Gipsgrund

… noch ein Strich da und da und hier unten und jetzt ist – das Bild „Der Weg“ fertig!

Durch geistige Übungen kann das intuitive Denken und Handeln ausgebildet werden und dadurch wird der Geist umgestaltet und reifer. Wir gewinnen mehr Selbstvertrauen und Kraft. – Dieser Veränderungsprozess hat nichts spirituelles, religiöses, therapeutisches oder phantastisches an sich. Die bewusste kreative wesenschaffende Intuition ist gegenüber dem analytisch begrifflichen Denken einfach der bessere Weg zur Kreativität und Lebensfreude für uns Menschen heute.

Geöffnete Skulptur "Orakel"

Sagt uns das Orakel die Zukunft voraus?

Stäbchen-Orakel

Skulptur „Orakel“

Geöffnete Skulptur

Geöffnete Skulptur

Nein, es gibt keine Zukunft! Die Zukunft ist offen und nicht vorausbestimmt. Es gibt nur immer wieder in diesem Moment, das Jetzt, die Gegenwart und dann ist das Jetzt schon Vergangenheit.

Wenn wir das Orakel fragen und die Knochen oder die Stäbchen werfen so sehen wir, nachdem die Stäbchen ihre Lage gewählt haben, schon die Vergangenheit. – Die Gegenwart, das Jetzt ist nicht mal so lange wie ein Taktschlag und was wir nun sehen ist die Vergangenheit und nicht die Zukunft.

Erstes Orakel

Erstes Orakel

Wir malen in dem winzigen Moment der Intuition aus der Zukunft die Gegenwart. Nachher betrachten wir ein Bild, das bereits in der Vergangenheit ist. Oder anders erklärt, wir malen selber die Zukunft. Wir malen einen Bildteil und dann den nächsten Teil und den Nächsten aus der Intuition heraus. Wir fügen dem Bestehenden nur die Veränderung dazu. Zwischen dem Bestehenden und der Veränderung ist die Intuition oder das Leben. Wir nehmen was da ist und verändern. Der Zwischenraum ist das, was eigentlich die Zukunft macht. Was ich male ist nicht vorbestimmt oder stabil. Das Ergebnis, das gemalte Bild, hätte auch anders aussehen können.

Zweites Orakel

Zweites Orakel

Wir können das Schicksal oder das zukünftige Bild erahnen, aber bevor wir nicht gemalt haben, wissen wir nie wie es wird. Wir sind aufgefordert zu verändern und mit Hilfe des Bauchgefühls gehen wir weiter und verändern oder leben. Jedes Bild ist so immer wieder etwas Neues, etwas Anderes, ein anderes Sein. Wir können dieses Schicksal als Spiel betrachten, aber irgendwann holt uns das Drama des Lebens ein und es ist kein Spiel mehr.

Was ist wichtiger – das Jetzt, das Bild oder das Dazwischen?

Haus im Wald

Mit der Intuition des Geistes malen!

Haus im Wald

Intuitiv gemaltes Oelbild (2007)

Es ist wichtig zu sehen, nicht gesehen zu werden. Seit nicht zeitgemäss, modern, akademisch, schöngeistig, demokratisch oder kultiviert. Engagiert euch nicht. Läuft niemals mehr jemandem nach. Der Mainstream ist voller Lügen und Täuschungen.

Die „grossen Ideen“ und die „grossen Kriege“ von Linken und Rechten und der Mitte haben im 21. Jahrhundert nichts verloren. Alle alten und neuen Propheten, die Zombies sollen endlich verschwinden. Schafft all den ideologischen Scheiss ab. Und weg mit dem „too big to fail“. Zahlt nicht mehr diese Frechheiten. Seit nicht mehr dabei! Durchschaut all die vielen Macht- und Glaubenserhaltungsmassnahmen oder kurz, die Lügen wie „Gesundheitsvorsorge“, „Kundenschutz“, „Kulturförderung“ etc.

Entsorgt die Vergangenheit! Verweigert euch der „Demokratie“, den politischen und religiösen „Führern“, dem „Präsidenten“ mit samt den „Königen/innen“. Macht einfach nicht mehr mit! Geht in keine Schule. Die Kunst braucht all dies nicht. Malt, musiziert oder schreibt frei von all dem Teufelszeug.

Kein Name, keine Nummer ist wichtig. Nur sich selbst sein. Hört auf euer eigenes Bauchgefühl. Seit nirgends dabei. Bildet keine Gruppe, keine Ideologie, keine neue Partei, seit nicht esoterisch, intellektuell oder nationalistisch. Spielt nur nach eurem eigenen intuitiven Geist. Gebt alle Macht euch Selbst.

Mit diesem Text will ich natürlich niemanden belehren, sondern versuche zu erklären wie und warum und mit welchem Geist ich male. In meinem Atelier, nur mit diesem intuitiven Geist, der Quelle der Fantasie und den Farben entstehen Bilder, die voller Wesen und Geschichten sind. Die Stille, die Ruhe, die zur Malerei gehören, sind mir wichtig, ohne den zelebrierten Pathos.

Spiel mit Zeichen ohne Sinn oder Bedeutung

2015-andres-kreienbuehl-ohne-worte

Ohne Worte (2015)

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Drei Sonnen und ein Mond (2015)

2015-andres-kreienbuehl-das-auge-gottes

Das Auge (2015)