Schneelandschaft in Oberduernten

Bilder sind die Fetische der Angst vor dem Leben

Mit diesem Text beziehe ich mich auf die Kurzgeschichte „Verrat“ von Josephine Sonnenschein. Einer Liebesgeschichte – Sehr schön geschrieben.

Wie in dieser Geschichte erzählt, macht jeder Mensch in seinem Leben diese Erfahrung. Wie Josephine das grosse Gefühl der ersten Liebe beschreibt, geschieht es bei vielen Erlebnissen immer wieder. Wir hören, wir sehen etwas Schönes, wir erleben einen Augenblick der wahrhaftigen Liebe. Es ist einer der wenigen aufblitzenden Momente von der Schönheit der Liebe im sonst so traurigen Desaster des Lebens voller Depressionen, Einsamkeit, Elend und Gewalt.

Waldlichtung am Morgen

2003, Blaue Stunde

 

Zum Beispiel: Ein wunderschöner Sonnenaufgang im Mai über einer Berglandschaft, der wolkenlose blauviolette Nachthimmel wird langsam durch ein helles gelbliches Licht ersetzt, die ersten aufblitzenden Sonnenstrahlen, die Sonne geht auf, ein wunderbares Gefühl, ein berührender Moment der alles andere klein und bedeutungslos macht.

Bis jetzt ist alles noch gut. Das Sehen hat noch kein Motiv.

Aber jetzt beginnt das Gehirn zu denken. Dabei entsteht das Bild im Kopf, das Denken macht schnell ein Erinnerungsfoto und mit dem Handy ist die Sache sofort in der Realität umgesetzt. Denn ein Bild soll mir diesen glücklichen erhabenen Moment im Leben festhalten.

Doch dann die Erinnerung, sie ist keine Schönheit mehr, nichts Lebendiges. Man betrügt sich selbst. Die Erinnerung wird zum Fetisch, einem Ersatzvergnügen. Und dann kommt das Verlangen und dieses will nun erfüllt sein.

Man will mehr, man will es wieder und wieder haben. Die Erinnerung, der Wunsch, die Fiktion, die Aggression und die Eifersucht entsteht.

Mann in Schneelandschaft

2016, Einsamkeit

 

Die Angst diesen schönen Moment zu verlieren, macht das Denken. Das Denken will den Augenblick im Leben für immer festhalten um das Bild vom vergangenen Glück jederzeit wieder geniessen zu können. Denken ist Angst oder die Angst ist das Denken. Das Gefühl beim Betrachten des Bildes, das Vergnügen, die Berührung, die Liebe ist nicht mehr echt, sondern zum angst machenden Ersatz geworden. In das Bild einer vergangenen Zeit projiziert man immer mehr Sinn hinein. Man entwickelt daraus ein gefühlloses, gottlose Bild. Das Bild wird zur Fälschung. Darum sind Bilder eine Sünde.

Aber warum machen die Menschen immer wieder diese unbefriedigenden Bilder, Bilder von sich, von den Freunden, von den Lieben, beim Ausflug und in den Ferien? Immerzu geht der Mensch in die Falle und schafft sich seine Beweise des Lebens in der Form von Abbildern. Mit diesen Wunschbildern, Symbolen, Ideen und Konzepten glaubt man sich zweifelsfrei sicher.

Statt zu leben, macht der Mensch die Bilder und Symbole und bleibt so in seiner emotionalen Angst süchtig und passiv gefangen, träge und leblos. Die vielen, vielen Bilder und selbstsüchtigen Wünsche sind nur traurige Banalitäten, gottlose Fetische der eigenen Psyche.

Allzu oft ist der Mensch festgezurrt an den Weltbildern und unfähig ohne ein Motiv zu leben und somit ist er im Leben schon tot. Vom Erblühen der heiligen Liebe, dem freien und wahren Leben ist dieser ausgeschlossen, denn das wirkliche Leben ist ausserhalb von Bildern.

Das Leben ist, was uns im Jetzt zustösst. Denn sein Leben zu leben, ohne dabei ein Motiv zu haben, ist etwas ganz anderes. – Verstehst Du?

„Machst Du zuerst die Striche? . . .

 „Nein ich male immer alles zusammen. Die Farben und die Striche und alles male ich beinahe gleichzeitig und überall auf die unbearbeitete leere Fläche. Nicht zum Beispiel zuerst die Augen, dann die Ohren, die Nase und so weiter. Nein – beim intutiven Malen bearbeite ich möglichst schnell und ohne Hemmungen die ganze Fläche gleichzeitig. Das Gefäss ist die weisse Kartonfläche. Die Farben, die Striche oder die Zeichen füllen somit intuitiv das Gefäss.“

Bildprozess beim intuitiven Malen

Farben und Strichbewegungen

„Der Inhalt fliesst ins Bild ohne mein bewusstes Dazutun. Am Anfang will man gar nicht so schnell sein. Es braucht erst das Vertrauen in die Intuition um die schnellen Bewegungen des intuitiven Geistes sofort auf die Bildfläche zu bringen so dass, das was mich beschäftigt intuitiv die leere  Fläche füllt.“

Bewegungen des Geistes

Bewegter Geist

„Nun betrachte ich die Malerei und freue mich wie ich mich freue beim betrachten einer Blume. Das Ergebnis ist nicht mehr und nicht weniger – der jetzt neu entstandene, einzigartige Inhalt eines Gefässes. „

Haus im Wald

Mit der Intuition des Geistes malen!

Haus im Wald

Intuitiv gemaltes Oelbild (2007)

Es ist wichtig zu sehen, nicht gesehen zu werden. Seit nicht zeitgemäss, modern, akademisch, schöngeistig, demokratisch oder kultiviert. Engagiert euch nicht. Läuft niemals mehr jemandem nach. Der Mainstream ist voller Lügen und Täuschungen.

Die „grossen Ideen“ und die „grossen Kriege“ von Linken und Rechten und der Mitte haben im 21. Jahrhundert nichts verloren. Alle alten und neuen Propheten, die Zombies sollen endlich verschwinden. Schafft all den ideologischen Scheiss ab. Und weg mit dem „too big to fail“. Zahlt nicht mehr diese Frechheiten. Seit nicht mehr dabei! Durchschaut all die vielen Macht- und Glaubenserhaltungsmassnahmen oder kurz, die Lügen wie „Gesundheitsvorsorge“, „Kundenschutz“, „Kulturförderung“ etc.

Entsorgt die Vergangenheit! Verweigert euch der „Demokratie“, den politischen und religiösen „Führern“, dem „Präsidenten“ mit samt den „Königen/innen“. Macht einfach nicht mehr mit! Geht in keine Schule. Die Kunst braucht all dies nicht. Malt, musiziert oder schreibt frei von all dem Teufelszeug.

Kein Name, keine Nummer ist wichtig. Nur sich selbst sein. Hört auf euer eigenes Bauchgefühl. Seit nirgends dabei. Bildet keine Gruppe, keine Ideologie, keine neue Partei, seit nicht esoterisch, intellektuell oder nationalistisch. Spielt nur nach eurem eigenen intuitiven Geist. Gebt alle Macht euch Selbst.

Mit diesem Text will ich natürlich niemanden belehren, sondern versuche zu erklären wie und warum und mit welchem Geist ich male. In meinem Atelier, nur mit diesem intuitiven Geist, der Quelle der Fantasie und den Farben entstehen Bilder, die voller Wesen und Geschichten sind. Die Stille, die Ruhe, die zur Malerei gehören, sind mir wichtig, ohne den zelebrierten Pathos.

Malerische Spielerei mit Farben und Zeichen

2015,

Er pflanzt Blumen

Dieser Beitrag soll meine Farben, Klänge und Fantasien (Colors-Sounds-Fantasies) vorstellen. Die Kompositionen lassen eine surreal-abstrakte  Welt entstehen, die die Natur nicht nachahmt oder mit ihr konkurriert sondern im Gegenteil sind meine Werke ein Bestanteil der Natur, beziehen die Natur ein und gehen in ihr auf.

2015,

Spiele im Garten

Seit Generationen glaubt der Mensch, dass das Wilde der Natur nichts Geordnetes in sich trägt und sich nicht definieren lässt. Die fraktale Geometrie jedoch führt zu einem gänzlich neuen Verständnis von Natur und enthüllt uns eine der Natur zugrunde liegende Ordnung, die von simplen mathematischen Gestaltungsregeln bestimmt ist.

2015,

Garten-Landschaft

Fraktale sind unregelmäßige, sich wiederholende Formgebilde und sind allgegenwärtig wie die Luft zum Atmen, auch wenn der Mensch sich dessen nicht bewusst ist. In der Natur findet man sie in Wolkenformationen und Baumgeäst, zerklüfteten Gebirgszügen oder in der Melodie des Wassers und man findet sie sogar im Herzrhythmus des Menschen, aller Lebewesen.
Möchten Sie mehr wissen über meine „Farb-Ton-Fantasien“ (Colors-Sounds-Fantasies) oder meine Color-Sound-Videos, dann schreiben Sie mir Ihre Fragen doch hier unten in die Kommentare. Ich versuche dann so rasch wie möglich zu antworten. – Danke! Mit Grüssen Andres Kreienbuehl Wollen Sie mehr meiner Bilder sehen, klicken Sie hier >>> „Colors-Sounds-Fantasies“